PrairieBaby Maine Coon Cats


Warum testen wir auf HCM?
Copyright 28. November 2001
PrairieBaby Maine Coon Cats, Canada
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HCM (Hypertrophic Cardiomyopathy) ist zum wachsenden Problem in einigen  Zuchtrassen geworden. Waerend sich die Gemueter in Europa noch ueber die genetische Ursache von HCM streiten, sind sich die Herzspezialisten in Nordamerika vollkommen darueber im klaren, dass es sich bei der vererblichen HCM nur um ein autosomal dominantes Gen handeln kann.

Sogar wenn das Wissen der Kardiologen angezweifelt wird, ist es dem Zuechter durchaus moeglich, durch ensprechendes Stammbaumstudium zahllose Linien zu entdecken, wo sich das HCM Gen wie ein roter Faden durch Pedigrees zieht und regelmaessig wieder ein Elternteil am Herztod eingegangen ist. So etwas sieht man eindeutig nur bei dominanten Genen.

Geht man von autosomaler Dominanz aus, heisst das, dass wenn ein Elternteil HCM hat, etwa 50 % der Kitten dieses Tieres betroffen sind. Wenn beide Eterntiere HCM haben, dann sind oft ganze Wuerfe befallen. Das HCM Gen kann nicht, wie ein rezessives Gen, nur getragen werden, ohne dass es sich irgendwann auch auessert. Wenn ein Kitten mit HCM diagnostiziert wird, MUSS mindestens eines der Elterntiere auch befallen sein, auch wenn es die Kranheit zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht aufzeigt.

Im Cardiatric Journal hiess es 1999, dass etwa 15 % der getesteten Tiere in unserer Rasse vom HCM Gen befallen sind. Das heisst, wenn man 1999 in der Regel sechs Tiere zum HCM Test mitnahm, wurde durchschnittlich eines der 6 Tiere positiv diagnostiziert. Bei diesen 15 % wurde nicht beruecksichtigt, dass die meisten Zuechter nicht testen und dass die meisten Tiere ungetestet an Liebhaberplaetze verkauft werden. Manche Zuechter gehen davon aus, dass heutzutage der Prozentsatz der Tiere in unserer Rasse, die in Zunkunft an HCM sterben werden, sogar  25 % oder hoeher sein wird.

Der Erstickungstod kann sich ueber Stunden oder TAGE hinstrecken und es kommt nicht selten vor, dass der Besitzer des Tieres ahnungslos bei der Arbeit ist, waehrend das Tier stundenweise bereits vergeblich nach Luft schnappt. Dann wird das erstickende Tier endlich am Abend zum Notdienst in die Klinik gebracht und mit verschiedenen unnoetigen Untersuchungen gequaelt, weil das Personal in Tierkliniken oft nicht bescheid weiss. Der HCM Tod ist ein grauenvoller Tod!!

Unsere einzige Moeglichkeit, diese Krankheit zu bekaempfen, ist momentan der HCM Test. Dieser Test sollte mit Color Doppler Echocardiogram von einem Herzspezialisten durchgefuehrt werden. Ein normales Ultraschallgeraet oder Stetoskop kann die Krankheit oft nur im Endstadium feststellen. Wird mit Stetoskop ein Herzgerauesch wahrgenommen, besagt das meist, dass das Herzproblem schon vor langer Zeit mit Color Doppler ermittlelt werden haette koennen. Wenn man auf auessere Symptome wartet, bevor man zum Spezialisten geht, kann man oft lange warten. Ein Tierarzt ohne Sonderausbildung kann den HCM Test auf keinen Fall erfolgreich durchfuehren. Der Test mit Color Doppler ist teuer, aber unumgaenglich.

Leider ist ein einmaliger Test fuer HCM beiweitem nicht ausreichend, es sei denn, das Tier hat lange die 6- oder 7Jahresgrenze ueberschritten, eine Spitzenbeurteilung bekommen und keinerlei "Neben-Bemerkungen" in seinem schriftlichen HCM Bericht stehen. HCM kann manchmal bereits im jungen Alter festgestellt werden. Es gab Faelle, wo 4 Monate alte Kitten bereits betroffen waren. Besonders wenn beide Elternteile HCM haben, was heute keine Ausnahme mehr ist, sind manchmal schon bei der Geburt Babies im Wurf tot geboren oder sie sterben des oefteren schon im jungen Alter. Wenn nur ein Elterntier betroffen ist, koennen sogar vereinzelt ganze Wuerfe ueberleben und fuer eine Weile voellig normal erscheinen, auch wenn einige der Jungtiere von HCM befallen sind. Der Schein truegt. Bei aelteren Katzen kann sich die Krankheit entweder auch durch langsames Ersticken, aber beispielsweise auch als Blutgerinsel oder Nierenversagen auessern. HCM hat viele Gesichter.

Regelmaessiges Testen auf HCM ist unumgaenglich, wenn man verantwortungsvoll zuechten moechte. Wenn keine verlaesslichen Testergebnisse der Eltern und/oder Grosseltern vorliegen, sollte bei Zuchttieren der erste HCM Test auf jeden Fall vor der ersten Verpaarung stattfinden, um die Produktion von Kitten mit Herzproblemen zu verrringern. Auch wenn man in diesem Alter noch keine volle Gewissheit hat, dass das Tier die Krankheit spaeter nicht doch noch entwickelt, kann man doch feststellen, ob das Tier die Krankheit bereits HAT. Reicht das nicht als Grund fuer den Fruehtest aus?

Fuer die Diagnose dieser Krankheit gibt es leider keine verlaesslichen Regeln. Maennliche Maine Coons zum Beispiel zeigen manchmal schon im jungen Alter Veraenderungen auf dem Dopppler Geraet an, waehrend man bei weiblichen Maine Coons manchmal keinerlei Anzeichen erkennt, bevor das Tier ein gewisses Alter erreicht hat. Bei maennlichen Maine Coons kann man sich erfahrungsgemaess im Allgemeinen im Alter von 3 oder 4 Jahren *relativ* sicher fuehlen, wenn das Tier regelmaessig getestet wurde und es bis dahin keinerlei Anzeichen auf dem Doppler Geraet aufzeigt. Trotzdem raten die Kardiologen, den letzten Test im Alter von 5 Jahren durchfuehren zu lassen. Bei Weibchen sollte auch mindestens bis im Alter von 6 oder 7 Jahren getestet werden, um einigermassen Gewissheit zu erlangen. Dies kann fuer den Zuechter eine grosse Schwierigkeit bedeuten, denn die meisten Tiere sind in diesem Alter bereits kastriert, leben bei Liebhabern und muessen von dort zum HCM Test abgeholt werden.  Es sind die Weibchen, die uns die groesseren Sorgen machen, was die inkomplette Penetranz angeht. Eine voellige Sicherheit gibt es leider nicht, da manche Tiere die Krankheit beim Testen nicht aufzeigen, obwohl wir auf jeden Fall davon ausgehen koennen, dass Tiere, die das HCM Gen haben, auf jeden Fall auch HCM haben, auch wenn keine Krankheitssymptome erkannt werden.

Natuerlich gibt es auch HCM, die nicht vererbbar ist. Aerzte sind sich aber einig, dass die meisten Herzkrankheiten einen genetischen Ursprung haben. Nichtvererbliche HCM ist auch laut den Aerzten in der Humanmedizin eher Ausnahme als Regel. Seien wir doch mal ehrlich - die Warhscheinlichkeit ist nun wirklich recht klein, wenn man sich wieder an die "Roter Faden - HCM Linien" in unseren Stammbauemen erinnert. Nichtvererbliche HCM waere dann etwa soweit an den Haaren herbeigezogen wie folgendes Beispiel: Man stelle sich vor, man haette  vier Weibchen, die alle vom gleichen Kater Jungtiere mit Nabelbruch werfen.  Dann troestet man sich, dass es sich sicher nur bei zwei der vier Wuerfe mit dem gleichen Kater um das vererbliche Gen handelt - waehrend die anderen beiden Muetter wohl zu stark an der Nabelschnur gezogen haben. :-)) Suess!

Wenn ein Zuchttier erworben wird, ist es wichtig, beim Kauf darauf zu achten, dass die Eltern bzw. Grosseltern des Jungtieres im entsprechenden Alter auf HCM geschallt wurden. Zuchten, die nicht testen, sollten auf keinen Fall finanziell unterstuetzt werden. Natuerlich kann einem niemand versichern, dass das gekaufte Zuchttier frei von HCM ist, aber die Wahrscheinlichkeit waechst, wenn man Tiere von getesteten Vorfahren kauft.  Obwohl die Hoffnung besteht, dass Zuechter in Europa zukuenftig offener mit genetischen Problemen umgehen - wie es in Nordamerika schon eher der Fall ist - wird doch heute im Bezug auf HCM noch sehr viel Schindluder getrieben. Der Ruf des Zuechters ist in der Regel  wichtiger als das Wohl der Rasse. Fordern Sie deshalb schriftliche Bescheinigungen vom Zuechter. Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie den Zuechter, ob er bereit ist, den Tierarzt von seiner Schweigepflicht zu befreien. Papier ist geduldig und gefaelschte Testergebnisse sind Gang und Gebe, wenn der Verkauf an erster Stelle steht. Tieraerzte und Kardiologen warnen, dass sie vermehrt Tiere auf der Homepage von Zuechtern gesehen haben, die als HCM negativ angepriesen werden, jedoch in Wirklichkeit als HCM positiv diagnostiziert wurden. Dies ist scheinbar keine Seltenheit.

Die heutige Show-Generation ist jung, denn nur wer jung ist, hat kann dem aktuellen Standard standhalten. Der Typ von 6 Jahre alten Tieren ist laengst out- of- date. Vorfahren sind schon vor geraumer  Zeit ungetestet bei Liebhabern untergebracht worden.  Die jungen Tiere erringen den International Champion Titel und verschwinden danach von der Bildflaeche. Stillschweigend wird Ersatz geliefert. "HCM, bei mir nicht in den Linien, noch nie vorgekommen". Wenn Sie zu den Zuechtern gehoeren, die aehnliche Auesserungen gegenueber Kauefern bereits gemacht haben, fragen Sie sich mal: "Habe ich neunjaehrige, ungetestetete Elternpaare, deren Kinder ALLE 8 Jahre alt und ALLE noch am Leben sind?" Wenn Sie diese Frage mit "ja" beantworten koennen, dann koennen Sie diese Behauptung mit gutem Gewissen aufstellen. Ansonsten......wohl kaum.

Ein Tier auf seiner Homepage als "HCM negativ" zu bezeichnen, oder die Zucht als "HCM frei" anzupreisen, ist irrefuehrend. Es muss bei so einer Behauptung das Alter des Tieres und der Zusatz "negativ zum Datum des Tests" angegeben werden. Oft koennen Veraenderungen im Herzbereich nur durch mehrmalige Untersuchungen festgestellt werden. Dieser Test muss routinemaessig, am besten jaehrlich oder zumindest alle zwei Jahre durchgefuehrt werden. Manchmal wird sogar ein Nachtest alle 6 oder 8 Monate empfohlen, wenn das Tier dem Arzt als auffaellig erscheint. Wenn Catteries zuviele Zuchttiere haben oder Ausstellungkosten zu hoch sind, um sich diese Tests leisten zu koennen, waere es vielleicht ratsam, die Anzahl der Tiere soweit zu reduzieren, dass man alle seine Katzen gesundheitlich einwandfrei versorgen kann.

Es sollte hier vielleicht erwaehnt werden, dass man es den Genetikern ungeheuer schwer macht, wenn Tatsachen verschwiegen werden, um den guten Ruf des eigenen Namens zu wahren. Wie einfach waere das Leben eines Wissenschaftlers, wenn Offenheit zum Wohl der Rasse allen Zuechtern an vorderster Stelle stuende. Schnell kann ein dominantes Gen dem verwirrten Studiosus zum rezessiven Gen werden, wenn auch nur ein paar der ihm zur Verfuegung gestellen Angaben falsch sind.

Das Auskreuzen mit unverwandten Blutlinien ist auf jeden Fall  hilfreich im Kampf gegen genetische Probleme. Trotzdem ist Auskreuzen ohne Testen und Testen ohne Auskreuzen absolut nicht ausreichend, wenn man verantwortungsbewusst  zuechten moechte. Bei einem dominanten Gen wie HCM braucht nur ein Elternteil betroffen sein - da hilft einem leider auch ein hunderprozentiger Outcross nicht viel. HCM ist ein sehr komplexes Kapitel und die  wissenschaftlichen Forschungen dazu sind noch nicht abgeschlossen.  Ein Bluttest, der erhoehte Troponinwerte im Blut feststellen kann, wird derzeit erprobt. Im Jahre 2007 eingefuegt: Es gibt jetzt auch seit 2006 den Gentest fuer eine der HCM Mutationen. Dieser Test ist momentan noch nicht sehr aussagekraeftig, stellt aber auf jeden Fall einen Fortschritt dar. Die Spezialisten raten momentan, beide Tests, den Gentest und Ultraschall durchfuehren zu lassen.  Ohne regelmaessiges Testen spielen wir einfach nur Russish Roulette mit unseren Katzen.

Dieser Link liefert hilfreiche Information ueber HCM. Leider ist er in Englisch:

http://members.aol.com/jchinitz/hcm/

Judith Schulz
PrairieBaby Maine Coon Cats
A Foundation Cattery In Canada's Prairie'n Shield
ACFA / CFA / MCBFA / ACA
TICA *Outstanding Cattery *
http://www.prairiebaby.com